Englisches Theater im Südbahnhof – Shakespeare’s Villains

Es begann mit einem Anruf von Maja. Maja ist eine junge, begabte und freie Regisseurin, die sich auch schon am Stadtheater in Krefeld einen Namen gemacht hat. Die geplante Inszenierung von Shakespeare’s Villains konnte aufgrund von Corona nicht wie geplant in Düsseldorf auf die Bühne gebracht werden und auch der Raum zum Proben war von einem auf den anderen Tag nicht mehr zur Verfügung.
Gerne sind wir an der Stelle in die Bresche gesprungen, um zumindest die angesetzten Proben bei uns im Südbahnhof zu realisieren.
Schnell wurde dabei klar, dass wir den gemeinsamen Versuch unternehmen wollen, Krefeld mit englischem Theater zu konfrontieren.

So wird auch geschehen und die Premiere der Inszenierung wird am 6.Dezember im Südbahnhof statt finden. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

Hier ein Einblick in die Materie aus der Sicht von Philipp Alfons Heitmann, seines Zeichens Schauspieler und die Hauptfigur(en) in Shakespear’s Villains:

Eine Meisterklasse in Schurkentum

Geschrieben von Schauspieler und Autor Stephen Berkhoff, ist dieses Stück eine Erforschung und Analyse Shakespeares größter Schurken: Iago, die Macbeths, Shylock, Richard III… Figuren, die von Natur aus böse sind, andere deren Lebensbedingungen sie zu bösen Taten verführt, wiederum andere, die von der Gesellschaft in die Bosheit gedrängt werden. Der Abend ist teils Pädagogik, teils schnippische Komödie und ein schauspielerischer Parforceritt der durch die Vorratskammer der Figuren Shakespeares zischt. Eine großartige Charakterstudie und gleichzeitig eine faszinierende Geschichtsstunde.

Diese Figur ist ein Vorgänger der großen Schurken der Geschichte: Saddam Hussein, Adolf Hitler und ihre lokalen Theaterkritiker! Sie leben, um sie zu quälen, indem sie ihre Nadel in ihr Säurebad der Frustration tauchen,  um sie dann quer über ihren Rücken zu tätowieren. Dabei suchen sie verzweifelt nach Liebe, aber wie gesagt, niemand kann einen Schurken lieben, weil er unfähig ist, selber Liebe zu geben. Aber- was ist ein guter Ersatz für Liebe? Macht! Macht über Euch, Macht über Eure Herzen, Macht ist Liebe multipliziert um das hundertfache, Macht ist das große Aphrodisiakum. Wenn Richard also ihr Herz nicht in Liebe schneller schlagen lässt, wird er ihr Herz aus Angst schneller schlagen lassen, als gäbe es kein morgen. So lang es für ihn schlägt, ist es ok. Liebe lässt das Herz höher schlagen, Angst lässt das Herz höher schlagen und deshalb: Angst = Liebe.

Philipp Alfons Heitmann dringt in der Inszenierung von Maja Delinic bis in das Herz der Finsternis vor. Und das alles auf Englisch!

In der schwierigen Zeit der Coronakrise waren unsere Proben im Südbahnhof ideal aufgehoben, unter den Bögen waren wir geschützt um unserem Ritt durch das Panorama von Shakespeare’s Schurken vorzubereiten. Dazu noch ein idealer Platz, um ein paar Bilder zu schiessen, auf denen Philipp Alfons Heitmann schonmal sein bestes Fieslingsgesicht  in die Kamera halten konnte.

Wir sind sehr gespannt und fiebern dem Dezember entgegen.

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