Cultural Bridge – Krefeld in Leicester

„Ich fand es war wirklich eine der schönsten Dinge, die wir in der gesamten Theater-Zeit gemacht haben und ich würde gerne so etwas in der Art noch mal wiederholen“ Paula

Nachdem im Rahmen unseres Projektes “Without Walls” im Oktober 2025 Jugendliche aus Krefeld und Leicester bei uns im FREIraum21 zusammen einen Workshop gemacht haben und in den Austausch gegangen sind, fand im Februar 2026 der Rückbesuch in Leicester statt: Zehn Kinder und Jugendliche der Jugendkunstschule sind mit dem Team des Werkhauses Thyll Dammer, Anna Brass und Andreas Simon nach Leicester gereist und haben dort 5 ereignisreiche Kultur-Austausch-Tage verbracht.

Format

Die Gruppe aus Krefeld, bestehend aus 10 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren, haben das am Werkhaus erprobte und etablierte „Kids Kids“-Format mit nach Leicester gebracht, als Basis für die gemeinsamen Workshoptage mit den Leicester-Jugendlichen.

„Kids Kids“ bedeutet bei uns eigenständiges Arbeiten, das demokratisches Bewusstsein, Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein auf- und ausbauen kann. Beziehungsarbeit und Coaching als Einstieg und Einladung zum eigenständigen Arbeiten sind damit neben der künstlerischen Vermittlungsarbeit ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Die Dozent*innen fungieren dabei als Coaches, Begleiter, Zuhörer und Unterstützer.

Thematischer Einstieg

Im Mittelpunkt standen unter dem Titel „How to fly“ in der Leicester-Woche die Themen Identität, (urbaner) Raum und Visionen.

Die Krefelder Kinder und Jugendlichen sind Teil des Next Alphabet Theaterlabors, das sich in den letzten zwei Jahren mit der Peter Pan Geschichte und besonders diesen darunter liegenden Themen auseinandergesetzt hat:

  • Identität
  • Heranwachsen
  • Zukunftsträume und -ängste
  • Utopische (T)Räume

Diese Themen, sowie Spiele, und Übungen und besonders viele neue Ideen dazu hatten die Jugendlichen im Gepäck, um daraus gemeinsam mit den Leicester-Jugendlichen etwas Neues zu erschaffen, neue Perspektiven, neue Gedanken und neue Bilder.

„Vor der Reise habe ich gedacht, dass es nicht so cool wird. Durch die Informationen und den Plan, den wir schon zuhause erstellt hatten, kam mir diese Reise nicht so entspannt vor.“ Alma

„Vor der Reise habe ich gedacht, wird bestimmt cool.“ Caspar

Am Ende von drei intensiven Workshoptagen sollte eine ergebnisoffene Präsentation stattfinden. Die Form der Präsentation sollte mit den Jugendlichen entstehen – eine Performance, ein interaktives Format, eine Ausstellung, alles war möglich.

Ablauf:

Drei Workshoptage hatten wir vor Ort Zeit. Arbeitsort war das „Highfields Centre“, ein Quartierszentrum, in dem wir Räume zur Verfügung hatten.

Der erste Tag gehörte am Vormittag dem Kennenlernen, Gruppe bilden, intensiven Warm Ups und einer spielerischen Annäherung an das Thema. Die Krefelder Jugendlichen hatten im Vorhinein ihre Lieblingsspiele ausgesucht und vorbereitet, sie auf Englisch zu präsentieren und anzuleiten. So lag bereits der Warm Up-Teil weitestgehend in der Moderation der Teilnehmenden.

„Schwierig war für mich, englisch zu sprechen und mich mit meinen Mitmenschen zu verständigen. Gelernt habe ich, mich mehr zu öffnen und etwas entspannter zu sein in einem fremden Land wie England.“ Alma

Am Nachmittag übernahmen die Jugendlichen aus Leicester die Führung, im wahrsten Sinne des Wortes, denn in Kleingruppen zeigten sie in einer kleinen Stadtführung ihre Lieblingsorte, bzw. besondere Orte in Leicester. Was die Krefelder*innen dabei entdeckt haben, war Einstieg in den nächsten Tag:

Da waren bunte Zebrastreifen, besondere Graffities, Pöller, die wie in der Erde steckende Bleistifte gestaltet waren, der „Big Ben in ganz klein“, die Kathedrale und besonders auch der Brunnen vor dem Rathaus.

„Überrascht hat mich die schöne Innenstadt“ Alma

„Überrascht hat mich, dass Leicester (an vielen Stellen) so dreckig ist.“ Antonio, Jonathan

Nach den Eindrücken der Exkursion ging es weiter mit Gruppen bilden, Thematiken setzen, Medium wählen. Was wollen wir eigentlich erzählen und wie wollen wir es umsetzen? Coaches mit den Schwerpunkten Tanz, Theater, visual arts, Film, Musik und Fotographie standen zur Verfügung, Spoiler: sie wurden nur als Kameraleute und technische Hefer benötigt.

Zwei Gruppen haben sich gebildet:

Die Gruppe „Romeo und Julia“ wollte ortsspezifisch an Brunnen, Kathedrale, Friedhof etc in Leicester eine Performance aus der Romeo und Julia-Geschichte machen, die filmisch umgesetzt werden sollte.

Die Gruppe „How To Fly“ nahm sich das bereits vorbereitete Drehbuch eines der Teilnehmenden vor und setzte es, angepasst auf die Gruppengröße, Gruppenbedürfnisse, Räume, um. Inhalt: Nur Kinder können fliegen. Deswegen entführen Erwachsene ein Kind, Peter Pan, um es aus ihm rauszubekommen.

Die folgende Workshopzeit wurde intensiv an den Projekten gearbeitet, bis zur letzten Sekunde noch geschnitten, vertont, betitelt. Als „work in progress“ gab es eine Präsentation untereinander, was gleichzeitig den Abschluss und das Resümieren und Verabschieden bedeutete, der für alle Beteiligten nach drei intensiven Tagen nicht leicht war.

„Mein Lieblingsmoment auf der Reise war der Dreh des Kurzfilms.“ Jonathan

Unter folgenden Links sind die Filme aber nun für Alle zu sehen – wahlweise mit englischen oder deutschen Untertiteln:

How To Fly: https://youtu.be/YrbED4fRxJs

Romet and Julio: https://youtu.be/bf39RoVNV48

Neben der Arbeit gab es für die Krefelder Gruppe natürlich Weiteres zu erleben, angefangen mit dem Flug, der für Einige das erste Mal Fliegen war und für die Gruppenleitung besonders spannend, eine ganze Horde junger Menschen von Krefeld bis zum Hotel in Leicester zu bringen, durch das Gewusel der Sicherheitschecks, Passkontrollen, Fensterplatzdiskussionen und Shuttletransporte.

Besondere Momente waren für die Gruppe die gemeinsamen Abende und das Frühstücken im Hotel, das selbstständige Erkunden der Stadt, das Trainieren frühmorgens im Hotel-Gym – trotz professioneller Anleitung durch Tänzer und Choreograph Andreas Simon blieb es eine einmalige Sache, da sie als unter 18-Jährige den Sportraum nicht weiter nutzen durften. Aber alles in allem war es eine gelungen Reise, aufregend für Alle, mit vielen neuen Eindrücken, Freundschaften, Überraschungen, gelaufenen Kilometern, künstlerischer Arbeit, Teambuilding und English Breakfast.

„Mein Lieblingsmoment auf der Reise war, die Abende mit der Gruppe zu verbringen“ Svea, Leander, Paula, Antonio, Alma

„Wenn wir das nochmal machen, müssen wir folgendes nochmal machen: Die viele Freizeit und die Besichtigungen vieler Dinge in der Stadt, so wie das Shoppen und Film drehen.“ Paula

Ein Reisetagebuch (wahlweise mit engelischen oder deutschen Untertiteln) von Teilnehmer Jonathan Singer findet sich unter folgendem Link:

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https://youtu.be/kHBk7UhuR2w
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