10 Jahre UNerHÖRT

Wir feiern dieses Jahr das 10-jährige Jubiläum unseres Projekts UNerHÖRT. Darauf werden wir uns hier im Virtuellen Zentrum in den nächsten Monat noch öfter beziehen. Den Anfang zu den Berichten im Jubiläumsjahr machen wir mit einem Text von Gerd Rieger, der die UNerHÖRT-Reihe gemeinsam mit Georg Dammer vom Werkhaus e. V. ins Leben gerufen hat.

Ein Foto aus dem ersten UNerHÖRT-Workshop im Februar 2008

10 Jahre UNerHÖRT – Free Improvisation im Werkhaus

Es gibt musikalische Stile, die sich überwiegend im Verborgenen entwickeln. Diese Musik hat keine kommerziellen Ziele, erhält keine Sendezeiten im TV, findet wenig Unterstützung in der Presse, aber sie wird zunehmend interessant für ein ausgesuchtes Publikum und engagierte Liebhaber.

Es begann in Krefeld mit der Idee, Musik zu machen aus dem Augenblick heraus. Da es keine Vorgaben geben sollte, konnte sich das musikalische Feld für Experimente, Sounds und kreative Ideen öffnen. Voraussetzung für Musiker* waren gewünscht: Mut, Neugier, Wahrnehmung und Hören nach innen und in den Raum hinein. Das Ziel: interessante Musik zu gestalten, Neues zu entwickeln.

Vor zehn Jahren fand die erste Veranstaltung mit frei improvisierter Musik im Werkhaus statt. Eine kleine Fangemeinde entwickelte sich über die regelmäßig stattfindenden Workshops und kleinen Konzertangebote. Dazu wurde eine Veranstaltungsreihe „Offene Bühne“ ins Leben gerufen, bei der Musiker* auf andere Musiker* treffen, um gemeinsam mit ihnen in unterschiedlichen Besetzungen zu musizieren und Erfahrungen zu sammeln. Jedes zweite Jahr findet ein kleines Festival FREI im Südbahnhof Krefeld statt, bei dem Musiker* und Workshop Teilnehmer* voneinander lernen können. Internationale Künstler werden als Dozenten eingeladen, die den Krefeldern ihren Zugang und ihre Spielweisen erläutern. Schließlich haben sich einige Krefelder Musiker* zusammen geschlossen, um ein frei improvisierendes Orchester zu gründen.

Seit dem ersten UNerHÖRT in 2008 hat sich in Krefeld eine kleine Szene etabliert, die Spaß an der freien Improvisation hat. Gespielt wird ohne festgelegten Rhythmus, ohne traditionelle Harmoniefolgen, ohne Beschränkung auf Tonmaterial, direkt und aus dem Stegreif. Mit Empathie entwickeln die Musiker* interessante musikalische Strukturen, die für Zuhörer* und alle Beteiligten immer wieder Überraschung auslösen.

Wer einmal vom Virus der Freien Improvisation infiziert wurde, möchte auf diese Variante moderner Musik nicht verzichten. Wir freuen uns auf die nächsten 10 Jahre UNerHÖRT in Krefeld.

Gerd Rieger

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