Angriff auf die Lachmuskeln am letzten Wochenende

Am vergangenen Wochenende standen im Südbahnhof alle Zeichen auf Humor. Zu Gast waren der Storb, Radiomoderator bei Big FM und Vertreter der Stand Up Comedy sowie Christoph Brüske, seines Zeichens Kabarettist und Moderator (u.a. „Das schwarze Schaf“).
Die beiden Protagonisten hätten unterschiedlicher nicht sein können. Der Storb tourt mit seinem ersten Solo-Programm quer durch die Republik und schöpft dabei aus seinen Erfahrungen im Privatradio.

In seinem Programm gibt er amüsante Einblicke in sein Leben als tätowierter Mitdreißiger und beschäftigt sich auf diese Weise mit den Höhen und Tiefen im Leben des modernen Menschen des 21. Jahrhunderts.

Dabei erfahren wir von seiner Zeit als Animateur in südlichen Urlaubsparadiesen oder seinen Ansatz zur Bewältigung von Flugangst. Gerne setzt er sich mit den oberflächlichen Unterschieden zwischen Mann und Frau auseinander und bedient sich dabei der vollen Ladung Wortwitz und ist weder Scheu vor pointierten Spitzen noch vor albernen Karlauern. Ein Highlight des Programms ist wohl, die als Fußballkommentar vorgetragene Beschreibung einer Flirt- und Balzszene in einer Ruhrpott-Kneipe.
Das Publikum lässt sich sehr schnell vom Storb begeistern und quittiert seine Bühnenshow mit reichlich Gelächter und Applaus. Nach der Pause wird überraschenderweise Witz-Compagnon Jens Wienand auf die Bühne geholt, der von seiner Arbeit auf dem Kreuzfahrtschiff und im Sex-Shop erzählt.

Am Samstagabend freuten wir uns auf den Domstädter Christoph Brüske, der seit nun mehr als 30 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten unterwegs ist.
Der „Kleinkünstler“ mit ausgeprägtem „Witzreflex“, wie er sich selbst bezeichnet, verbindet mit viel Geschick politisches Kabarett, das nicht vor den unangenehmen Problemen und Themen der Gegenwart zurückschreckt, mit Stand Up- und Comedy-Elementen, die sein Programm angenehm auflockern.

Nach der herzlichen Einleitung und Begrüßung durch Harry Emke, der seit Anfang des Jahres nicht mehr fester (aber hoffentlich noch sehr lange „loser“) Teil des Südbanhnhofs ist, beginnt Brüske sein Programm mit einer Auseinandersetzung mit den Führern der modernen Welt. Dabei beschäftigt er sich sowohl mit Erdogan und der deutschen Nationalmannschaft, Trump und Merkel (=“Trumpel“), lässt aber auch Seitenhiebe gegen Macron, Saudi Arabien oder Theresa May und den Brexit nicht aus.

Trump + Merkel = „Trumpel“


Der bekennende Rheinländer kombiniert beißenden Spot und „kölsche Leichtigkeit“ auf beeindruckende Weise und beweist mehrfach, dass er ein Meister seines Faches ist. Ergänzt werden die Wortbeiträge durch Lieder und kreative Plakatgestaltungen. Highlight von Christoph Brüskes Programm und mein persönlicher Höhepunkt des Wochenendes ist sein „Seehofer-Song“ mit der schwer zu vergessenden Zeile: „Und wenn du denkst, dann denkt nur ein Teil von dir (…)“ (Frei nach Peter Maffay)
Der kölsche Spaßmacher konzentriert sich aber nicht nur auf internationale Geschehnisse. Auch tagesaktuelle Themen der Bundesrepublik, wie zum Beispiel der Wahnsinn des Dieselverbots, die Debatte über die Geschwindigkeitsbegrenzung (Deutschland ist mit Südkorea und Afghanistan das einzige Land OHNE Geschwindigskeitsbegrenzung) oder auch die Zusammenstellung des Kabinetts bzw. die Bildung des großen Koalition im letzten Jahr, finden in seinem Programm beachtung.

Sowohl der Storb, als auch Christoph Brüskes haben das Publikum mit ihrem jeweils ganz eigenen Charme zahlreich zu uns gelockt und für einen fröhliches Wochenende im Südbahnhof/auf der Werkbühne gesorgt. Wir freuen uns, wenn wir beide Künstler auch im nächsten Jahr wieder bei uns begrüßen dürfen.

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