Kulturarbeit in Zeiten der Pandemie – Teil 1 – Die Idee

Sachbericht von Malte Menzer:

 Die aktuelle Situation rund um die Einschränkungen der Kulturbetriebe muss an dieser Stelle wohl nicht weiter ausgeführt werden. Auch für uns vom Werkhaus Team sind völlig neue Zeiten angebrochen.

Neue Formate werden experimentell erschlossen und weiterentwickelt

Wir haben sehr schnell begonnen zu überlegen, wie soziokulturelle Arbeit in Zeiten des öffentlichen Shutdowns trotzdem stattfinden kann. Die Überlegungen gehen auf der einen Seite in die Richtung, wie wir geplante Inhalte der Werkbühne und aus der Projektarbeit im Internet präsentieren können, auf der anderen Seite stehen Gedanken im Vordergrund, wie Kommunikation und Interaktivität in digitalen Räumen passieren kann, um den Wegfall von Begegnung und direktem Austausch in der analogen Welt zu kompensieren bzw. auf lange Sicht zu erweitern.

Wie bleiben wir in Zeiten von Corona weiterhin kommunikativ und künstlerisch aktiv? Welche Formate können wir entwickeln, um Kontakt mit dem Rest der Welt aufzunehmen?
Wir wollen versuchen das Beste aus der Situation zu machen und durch die Nutzung der Möglichkeiten von Videoproduktion und Livestreaming ein kulturelles und nach Möglichkeiten interaktives Angebot zu schaffen, dass auch bei Wiedereinkehr der „Normalzustände“ die Möglichkeiten und die Reichweite des Werkhauses positiv beeinflussen soll.

Interaktivität während der Live-Sendung über Chat und Kommentarfunktionen

Parallel zu den Überlegungen im Werkhaus Team habe ich mit meinem Bruder, Till Menzer (Musiker u.a. bei Horst Hansen Trio & Das Provinztheater) und Ben Nowara (Video-Allrounder u.a. bei Teletronika, Pixelfehler) eine Konzeption für ein wöchentliches Livestreaming-Show-Format entwickelt, das sich in erster Linie auf die Kultur- und Kunstszene der Stadt (Krefeld), aber auch das generelle Stadtgeschehen konzentrieren soll. Eingerahmt werden sollen die durchaus auch ernsten Themen, die das aktuelle Zeitgeschehen wiederspiegeln, durch ein lockeres und lebensbejahendes Programm und den Versuch das Publikum in den Ablauf der Sendung mit einzubeziehen und dabei die interaktiven Möglichkeiten des digitalen Raums zu erforschen.

Wir haben uns von vorneherein dazu entschieden, möglichst schnell mit dem ersten (Live-) Stream online zu gehen und den experimentellen und improvisierten Charakter der Produktion als Stärke zu nutzen und Format und Ablauf von „Allesamt am seidenen Faden“ offen zu halten und von Sendung zu Sendung weiter auszugestalten, um mit den Akteuren und den Zuschauern das Gesicht der Show stetig anzupassen und weiterzuentwickeln.

Moderator Bastian Vogel (links) und Dauergast Till Menzer (rechts)

Während wir parallel angefangen haben ein Team aus der Veranstaltungs- und Kulturszene zusammen zu trommeln, dass unser Unterfangen als dauerhafte Akteure oder Gäste möglich machen sollte, haben wir die möglichen Abläufe und notwendigen Sicherheitsvorkehrungen besprochen, um in der coranobedingten veranstaltungsfreien Zeit den Südbahnhof möglichst schnell in ein Video-Studio zu verwandeln.

Für alle Beteiligten ist Allesamt am seidenen Faden eine doppelte Premiere. Keiner von uns hat vorher schon an einem Showformat gearbeitet oder sich mit professionellem Livestreaming auseinandergesetzt. Im Nachgang an die erste Ausstrahlung lässt sich feststellen, dass die Arbeit mit Video und Live-Streaming ein spannendes Mittel ist, dass auf sehr vielfältige Art und Weise nutzbar ist, um den möglichen Aktionsrahmen in der aktuellen Krisensituation zu erweitern. Viele Kinderkrankheiten gilt es noch in den Griff zu kriegen, aber der Grundstein für ein weiteres Arbeiten mit den digitalen Medien ist definitiv gelegt worden.

Nun geht es neben der weiteren Planung für Allesamt am seidenen Faden auch darum, den Kopf auf zu machen für konkrete Projekte bzw. Veranstaltungen des Werkhauses und Ansätze zu entwickeln, wie Vortragsformate, Diskussionen oder auch Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen umzusetzen und sinnvoll aufzubereiten, um soziokulturelles Arbeiten in Zeiten der Kontaktsperre möglich zu machen.

Gesendet wird vorraussichtlich jeden Samstag ab 18 Uhr mit dem Vorprogramm, ab 19 Uhr gibt es dann etwa eine Stunde lang durchgehende Inhalte.
Hier der erste Aufschlag, die „Einweigungsparty“:

https://youtu.be/h-BidmpQDsk

Teile diesen Beitrag (ggf. AdBlocker anhalten)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.