Abbruchkante im Kindergarten

Schön und groß war er geworden der Spielplatz. Arbeitslose Jugendliche hatten das städtische Gelände als Projekt der Stadt zu einem „Ort der Begegnung“ umgebaut und gestaltet. Dass dies geschah, kam auf Anregung und Verlangen von Eltern aus dem Viertel zustande.

Am hinteren Ende des Platzes zu den Häusern auf der Viktoriastraße hin ließ man, abgetrennt von einem Zaun, der Natur ihren Lauf. Bäume und Sträucher wucherten vor sich hin, bis Nachbarn verlangten, den Wildwuchs zu beseitigen. Das Grünflächenamt rodete die Fläche und es tat sich ein Areal auf, das sich gut für einen Garten eignete. Leider war das Gelände abschüssig und so mussten, mithilfe von Brettern und Balken, Terrassenbeete angelegt werden. Ein schöner Garten entstand, von den Kindern mit Blumen und Gemüse bunt bepflanzt.

Aber warum ist es dort so abschüssig?

Die Antwort fand sich in einem Zeitungsartikel über die Geologie Krefelds. Demnach thront Krefelds Mitte auf einem vom Gletschereis hergeschobenem Hügel, einer Endmoräne. Genau hier am SpieDie endet der „Berg“. Immerhin 39 m über Normalnull hoch! Hier oben ist also Hochkrefeld und unten ab der Viktoriastraße fängt Niederkrefeld an – geologisch gesehen. Immerhin liegt so im SpieDie-„Kindergarten“ ein Höhenunterschied von fast 3 Metern vor. Das nennt man dann „Abbruchkante“. Die zieht sich auf der Dießemer Straße sichtbar zwischen der Oppumer und Uerdinger Straße auf der gesamten Strecke durch. Bemerkbar ist dere Höhenunterschied für Radfahrer auf verschiedenen Straßen Richtung Innenstadt. Sehr schön erkennbar ist er auch an den beiden Hochhäusern auf der Dießemer Straße.


Geheimes SpieDie ist eine Geschichten-Reihe von Helmut Boeck, langjährigem Mitarbeiter des Werkhaus e. V. und ehemaligem Leiter des SpieDie- Er erinnert sich und lüftet „Geheimes“, macht in lockerer Berichterstattung Verborgenes sichtbar. Wer noch weitere Geschichten auf Lager hat, kann sich bei uns melden.

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