„Friesische“ Bauweise für mehr Durchblick

Wie schon in der letzten Geschichte beschrieben, musste beim Bau des Spielhauses sparsam gewirtschaftet werden. Aufgrund eines in der Presse gestarteten Aufrufs wurden allerlei Baumaterialien von Firmen und Privatleuten gespendet, die nach und nach verwendet und eingebaut werden konnten. Große Kosten hätten einzubauenden Fenster verursacht. Ein Glücksfall: Die St.-Elisabeth-Gemeinde auf der Florastraße plante gerade ein neues Zentrum zu errichten. Die Pfadfinder der Gemeinde halfen beim Abriss ihres alten Zentrums, retteten die Doppelglas-Fenster und brachten sie als Materialspende zu uns für den Bau des Kinder- und Jugendzentrums im Viertel. Das war eine echt gute Tat: Danke!

Das zukünftige SpieDie noch ohne Fenster

Als Jugendlicher auf der westfriesischen Insel Ameland (NL), sah ich einmal, wie Maurer um eingesetzte Fensterrahmen herum ihre Steine zur Mauer setzten und so das Haus hochzogen. Eine ungewöhnliche Bauweise. Aber so wurde es im SpieDie quasi auch gemacht. Die zu mauernden Fensteröffnungen im Hallen- und Cafébereich wurden also geschickt so eingeplant, wie die gespendeten Fenster vorhanden waren. Das half Kosten zu sparen, führte aber folgerichtig zu unterschiedlichen Fensterhöhen und -breiten. Als Gestaltungselemente, die eine offene, freundliche Atmosphäre vermitteln sollten, wurden sie auch zwischen dem Café und der Halle eingeplant. Sieht jetzt aus wie gewollt, ist aber dem sparsamen Umgang mit den Ressourcen geschuldet.

Nebenbei: Es gibt auch ein ganz verstecktes Fenster im SpieDie. Verborgen ist es oben im Giebel hinter dem montierten Insektenhotel. Das alte Holzfenster mit Einfachverglasung ist nie ersetzt worden. Ist auch nicht nötig, es führt lediglich zum Kriechspeicher des kleinen Hauses.

Die Fenster sind drin.

Mehr Sicht bieten auch montierte Dosen-Strahler-Lampen. Sie kamen von einer Elektrofirma, die noch Material aus dem Bau des Seidenweberhauses übrig hatte. Die im 70er-Jahre-Stil braun gefärbten Lampen wurden in stahlblau neu gesprayt und in der Küchenzeile des Cafés und über der kleinen Theke vor dem Büro installiert.


Geheimes SpieDie ist eine Geschichten-Reihe von Helmut Boeck, langjährigem Mitarbeiter des Werkhaus e. V. und ehemaligem Leiter des SpieDie- Er erinnert sich und lüftet „Geheimes“, macht in lockerer Berichterstattung Verborgenes sichtbar. Wer noch weitere Geschichten auf Lager hat, kann sich bei uns melden.

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