Konflikt Israel und Palästina

Bei dem 16. Grünen Salon Krefeld zeigten wir -und es war eine Filmprämiere – “Beloved Homeland” in Gegenwart von Kerstin Müller, Mitautorin des Films, ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt und von 2013-2018 Leiterin des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Tel Aviv.

Der Film behandelt die Situation und Perspektiven in einem Konflikt, der seit Jahrzehnten die Lage im Nahen Osten überschattet und zugleich von weltweiter Bedeutung ist. Dabei kommen Menschen beider Konfliktparteien zu Wort. Jede Kommentierung und Bewertung wird vermieden. Wohltuend wird auf Bilder verzichtet, die uns aus den Berichterstattungen allzu bekannt sind. Dafür kommen Menschen zu Wort, die ihr Leiden und ihre Hoffnungen authentisch vermitteln. Der Film zeigt das, was zentraler Ausgangspunkt für Konfliktlösungsansätze ist: Die Bereitschaft ehrlich Position zu beziehen und der Position des Anderen respektvoll zu begegnen.

Das der israelisch-palästinensische Konflikt, in dem so viele Interessen anderer ebenfalls ausgetragen werden, uns bewegt und in seiner scheinbaren Ausweglosigkeit tief berührt, war sowohl an dem bis auf den letzten Stuhl gefüllten Auditorium zu erkennen, als auch daran abzusehen, dass nach mehr als zwei Stunden niemand die Veranstaltung verlassen hatte .

Das “Beloved Homeland”, ein fast 45 Minuten dauernden Film, der mit geringen Mittel und großem persönlichen Einsatz entstanden ist, überhaupt gedreht wurde, ist ein großer Erfolg an sich. Es ist eben nur fast unmöglich palästinensische und israelische Bürgerinnen und Bürger gemeinsam an einem Projekt arbeiten zu lassen. Es bedarf der Hilfe für und dem Mut von den Beteiligten. Es bedarf auch eines gemeinsamen Ziels: „Endlich Frieden und ein Leben mit Zukunft“.

Dieser Antrieb in diesem scheinbar unlösbaren Konflikt ist die vielleicht einzige Hoffnung. Aber wer packt es an und hat den politischen Willen? Wer überwindet die erstarrten Konfliktlinien? Vielleicht sind es die jungen Menschen, vielleicht sind es die Frauen oder die, die immer schweigen?

Kerstin Müller schaffte es in einem engagierten Gespräch mit dem Moderator Harry von Bargen und dem Publikum ein Bild der politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zu skizzieren, verpasste Gelegenheiten zu benennen und aktuell diskutierte Perspektiven aufzuzeigen, die eine Sicherheit in sich tragen: Es bleibt möglich, resümiert Kerstin Müller, diesen Konflikt zu lösen, wenn der politische Wille dazu da ist und die Konfliktlinien nacheinander aufgelöst und durch auf Respekt für die Bedürfnisse des anderen basierende Vereinbarungen abgelöst werden.

Im Publikum des Abends wurde dieser gegenseitige Respekt von Menschen der jüdischen und palästinensischen Communities zum Ausdruck gebracht und ließ uns am Ende mit Hoffnung für politische Vernunft und eine friedlichere Zukunft auseinandergehen. Der Frieden muss gewollt sein.

In diesem Sinne war der 16. Grüne Salon auch Teil der Veranstaltungen der Jüdischen Kulturtage NRW 2019.

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