Vergleichsweise sehr naturnah

Bei der Radtour durch die Naturschutzgebiete Rietbenden und Niepkuhlen wurden die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) erläutert, die man beim Krefelder Rietbenden/Niepkuhlenzug gut darstellen kann, auch wenn dieses Gewässer aufgrund der Kategorisierung der WRRL als sehr verändert eingestuft ist (also wie ein Gewässer, das total begradigt ist und  möglicherweise mit Beton-Uferbefestigung ausgestattet ist). Die Niepkuhlen stellen sich zwar als vergleichsweise sehr naturnah dar, allerdings ist dieses Gewässer künstlich durch Austorfung entstanden, daher werden sie in die Kategorie“ nicht natürlich und stark verändert“ eingeordnet.

Es konnten deutlich die Defizite hinsichtlich der Ziele der EU-WRRL dargestellt werden, insbesondere die Problematik der „Durchgängigkeit (für Lebewesen)“ und der „Wassermenge und -qualität“.

An den Rietbenden war im letzten Jahr der Einfluss der Trockenheit deutlich sichtbar, als weite Teile nicht mehr mit Wasser bespannt waren. Die Situation hat sich kaum verbessert, aber die unansehnlichen letztjährigen Schlammflächen haben sich zwischenzeitlich begrünt, was andererseits den Wassermangel kaschiert.

An der Kull Maria Schutz hinter dem Seniorenheim an der Maria-Sohmann-Straße wurde die Lösung der Problematik „Durchgängigkeit“ dargestellt. Noch vor 10 Jahren versickerte bei geringen Wasserständen hier das Wasser und stand den unterliegenden Kuhlen, insbesondere der Großen Kull (mit der Niepkuhlenbrücke) nicht mehr zur Verfügung. Hintergrund dieses Phänomens war, dass diese Kull eigentlich als Teich angelegt wurde und nicht durch Austorfung entstanden ist. Die meisten Kuhlen wurden nur bis auf ca. 2 m Tiefe ausgetorft, wobei die abdichtende Schicht nicht verletzt wurde. Hier wurde ein ca. 3 m tiefer Teich angelegt, wobei die Tonschicht durchlöchert wurde. Um die Durchgängigkeit zu gewährleisten, wurde ein ca. 100 m langer Graben um das Gewässer angelegt, wobei die natürliche Abdichtung erhalten blieb. Zusätzlich wurde ein Niveauunterschied von ca. 30 cm zur oben liegenden „Schwarzen Kull“ mit einer ca. 20 m langen „Sohlgleite“ ausgeglichen. Das bisherige Durchgängigkeitshindernis in Form einer Schwelle wurde dadurch ersetzt.

Am Damm „Fischerheim“ wurde über die Problematik der Wasserqualität und die Auswirkungen der Bergschäden im Krefelder Norden erörtert. Bei geringen Wassermengen steigt die Wassertemperatur und dadurch fällt u.a. der Sauerstoffgehalt des Wassers, was sich sogar vernichtend auf im Wasser lebende Lebewesen auswirken kann. Es wird daher insbesondere an der Großen Kull, die von der Niepkuhlenbrücke überspannt wird, geplant, im ca. 1 m tiefen Schlamm eine Rinne anzulegen, um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten und den Temperaturanstieg abzumildern. Eine zusätzliche Problematik besteht in der Schadstoffbelastung des Schlammes. Eine sinnvolle Verwendung als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft ist daher höchstwahrscheinlich ausgeschlossen.

Der Damm wurde Anfang der 90er Jahre angelegt, weil durch Bergschäden das Niveau nördlich des Fischerheims sich um 2-3 m absenkte und dadurch die Kuhlen im Krefelder Stadtgebiet auszulaufen drohten. Mit dem Damm wurde zwar ein zusätzliches „temporäres“ Durchgängigkeitshindernis geschaffen. In der Regel gibt es wegen der geringen Wassermengen in der zweiten Jahreshälfte keinen Überlauf, es ist aber zu befürchten, dass -wie aktuell – diese Situation wegen allgemeiner Trockenheit schon kurz nach Winter eintritt. Aber dieser Nachteil als temporäres Durchgängigkeitshindernis ist hinzunehmen.

Vorrangige Ziele für den Krefelder Niepkuhlenzug sind, die Durchgängigkeitshindernisse (insbesondere Verrohrungen) zu beseitigen und die Wasserqualität zu verbessern. So gesehen ist die Lösung der Problematiken hinsichtlich des Dammes nachrangig.

Text: Johann Heller-Steinbach

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