Wasserwerk Mülheim Styrum/ Ost

Nach dem wir bei unseren Kamingesprächen Wasser aus dem Hahn mit Dr. Harald Friedrich und Trinkwasser in Krefeld mit Angelika Horster im Südbahnhof viel über Trinkwasserqualitäten gehört haben, wollten wir doch auch mal ein Wasserwerk von Innen sehen.

Der Wunsch hat uns zu einer modernen und einzigartigen Anlage auf der anderen Seite des Rheins geführt, dem Wasserwerk Mülheim Styrum/ Ost. Eine wirklich intensive Führung mit vielen Fragen aus der Teilnehmer.innenschaft mit anschließendem Besuch im Aquarius Wassermuseum war dann am Ende eine echte Tagestour von knapp 8 Stunden.

Fotografien war auf dem Wasserwerksgelände leider untersagt, sodass wir uns mit viel Text begnügen müssen.

Mit einem deftigen Mittagsmal an der Imbissbude und dem köstlichen selbstgezapften natur bis feinperligem Wasser waren wir jedoch besten versorgt, um die unglaublich umfangreichen Informationen verdauen zu können.

Vom Wasserturm aus sieht man auf der einen Seite (linkes Bild, auch sehr vorbildlich die begrünte Dachfläche im Vordergrund) ein frisch angelegtes Sandbecken und rechts ein Becken, in dem der Sandfilter schon sehr gesättigt ist. Im Hintergrund rechts erahnt man die Dächer des Wasserwerks diesseits der Ruhr.

Das Aquarius Wassermuseum ist nach einem 10 min. Fußweg vom Wasserwerk aus zu erreichen. Um möglichst viel über Wasser zeigen zu können, hat RWW als Betreiber des Museums, bei der Wissensvermittlung ganz auf Multimedia gesetzt.

Hier jetzt eine kleine Zusammenfassung aus dem Informationsmaterial der RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH zum Wasserwerk:

Das RWW-Wasserwerk Mülheim-Styrum/Ost ist aus zwei der ältesten Wasserwerke des Ruhrtals hervorgegangen: dem Oberhausener Wasserwerk von 1871 und dem Wasserwerk Thyssen von 1893′ Beide befanden sich auf dem heutigen Betriebsgelände und wurden von der RWW RheinischWestfälische Wasserwerksgesellschaft bei ihrer Gründung Ende 1912 übernommen. Wie bei fast allen Ruhrwasserwerken wurde auch hier das Wasser des Flusses nach folgender Methode aufbereitet: Versickerung über Sandfilter, Bodenpassage, Förderung Über Brunnengalerie mit Hebersystem und Desinfektion mit Chlor im Sammelbrunnen. Zunehmende Rohwasserverschmutzung und erhöhte Qualitätsansprüche machten weitere Aufbereitungsschritte erforderlich. Ende der 1970er Jahre wurde daher das Werk umfangreich modernisiert und auch von Dampf- auf Elektrobetrieb umgestellt‘

Trinkwasseraufbereitung : Das MüIheimer Verfahren

Die Aufbereitung erfolgt seitdem in einem dreistufigen chemisch-biologischen Prozess nach dem weltweit beachteten ,,Mülheimer Verfahren“, das den Einsatz von Chlor durch Ozon und Aktivkohlefilter ersetzt.

ln der ersten Stufe wird Ruhrwasser in zwölf Sandfilterbecken vorgereinigt, das Bodenfiltrat anschließend über ein System von 175 Entnahmebrunnen und fünf Sammelstollen in Sammelbrunnen zurückgewonnen.

Pumpen fördern es von dort in die Ozonanlage. Hier setzt die zweite Stufe ein: Desinfektion und Oxidation. Generatoren erzeugen aus Luftsauerstoff Ozon, das dem Wasser in sechs Kammern zugeführt wird. Durch die Ozonbehandlung wird das Wasser desinfiziert, gelöstes Eisen und Mangan oxidiert und in ein filtrierbares Granulat (Rost und Braunstein) umgewandelt. Ozon verändert auch die chemischen Eigenschaften schwer abbaubarer Substanzen, die so im nächsten Schritt herausgefiltert werden können.

Bei der anschließenden Filtration (dritte Stufe) durchläuft das Wasser eine Mehrschicht- und Aktivkohlefilteranlage. Hier werden Rost und Braunstein zurückgehalten und gelöste organische Substanzen durch biologischen Abbau und Anlagerung entfernt.

Zwei Rundbehälter mit je 3 500 Kubikmeter Fassungsvermögen nehmen das Reinwasser auf, bevor es – für den Transport mit UV-Licht bestrahlt – in die drei Druckzonen nach Mülheim und in den Süden von Oberhausen und Bottrop verteilt wird. Über der Pumpenhalle ist die Zentralwarte untergebracht, an die alle neun RWW-Wasserwerke, das Versorgungsnetz und das Wasserkraftwerk angeschlossen sind. Von hier aus werden rund um die Uhr sämtliche Anlagen weitgehend automatisch überwacht und gesteuert.

Zum „Katalog des guten Benehmens“ zählt: Keine Trinkwasserverunreinigung im täglichen Gebrauch!

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