Der wilde Osten

von Peter Könen:

„Der wilde Osten“ war der Vortrag von Rolf Lindemann, Landrat des Krefelder Partnerkreises Oder-Spree, überschrieben, den er jetzt auf Einladung des Werkhaus e.V. im Rahmen der Veranstaltungsreihe rund um die Eröffnung der Ausstellung „Kultur ist Trumpf“ im Krefelder Südbahnhof vor Gästen aus Poltik, Kultur und Bürgerschaft hielt. 

War er etwa einer dieser “Wessis”, die den Ostdeutschen vor die Nase gesetzt wurden? Wie kam es zu seinem Werdegang in der Kreisverwaltung, fragte Werkhaus-Vorstandsmitglied Anja Jansen den prominenten Gast mit westdeutschen Wurzeln aus Ostbrandenburg und fügte hinzu: „Wir sind dankbar, dass sich Rolf Lindemann bereit erklärt hat, von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Er macht damit politikgeschichtliche Zusammenhänge lebhaft nachvollziehbar.“

Als junger Jurist, so berichtete Rolf Lindemann, sei er nach der Wende aus eigenem Antrieb und aus natürlicher Neugier von seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt Kamen in deren Partnerstadt Beeskow in Ostbrandenburg aufgebrochen und habe dort Kontakt zum Bürgermeister aufgenommen, der ihn an den damaligen Landrat Dr. Jürgen Schröter verwies, da im Landratsamt ein Jurist gesucht wurde. Aus diesem Kontakt ergab dann schließlich Lindemanns Einstellung als Leiter des Rechtsamtes des damaligen Landkreises Beeskow (heute Landkreis Oder-Spree). 

Zu seinen ersten Aufgaben gehörte es, wie Rolf Lindemann erinnerte, das Ortsrecht in Form von Satzungen für den Landkreis Beeskow zu erarbeiten, die dann Gegenstand einer lebhaften Beratung in den Gremien des Kreistages waren, bevor das Ortsrecht beschlossen wurde. Damit war das Ortsrecht in Kraft und somit die Grundlage für die Arbeit von Kreistag und Kreisverwaltung geschaffen.

Es folgte der mühselige Aufbau einer funktionsfähigen Kreisverwaltung, die die Aufgabe hatte, sowohl die notwendigen Dienstleistungen für die Kreisbürger zu erbringen als auch die erforderlichen Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge und der Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Verkehr, Jugend und Soziales zu schaffen.

Im Zuge der weiteren Entwicklung übernahm Rolf Lindemann als Dezernent für Organisation und Personal mit der schwierigen Aufgabe, den Umbau der Kreisverwaltung, der mit einem unvermeidlichen Personalabbau verbunden war, zu gestalten, der sich im Zuge der Kreisgebietsreform mit der Zusammenlegung der Landkreise Beeskow, Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt zum Landkreis Oder-Spree ergab. 

Es folgten Stationen als verantwortlicher Dezernent für Jugend und Soziales des Landkreises Oder-Spree. In diese Zeit fielen die örtliche Umsetzung der Hartz-IV-Reform und später die Bewältigung der Flüchtlingskrise – schwierige Aufgaben, denen sich Rolf Lindemann unter sehr schwierigen Bedingungen widmete, wie er erklärte.  Offenbar so erfolgreich, dass er im Laufe der Zeit zum stellvertretenden Landrat berufen und schließlich sogar zum Landrat des Landkreises Oder-Spree gewählt wurde – eine Aufgabe, der er sich nach wie vor mit großer Freude und voller Hingabe widme, wie er offen bekundete. 

Die Ausstellung KULTUR IST TRUMPF wurde gefördert über den Landkreis Oder-Spree

und das Programm durch die Stadt Krefeld sowie

gefördert duch das

über




im Projektes „Spaltpilz und Schwedenbecher“ des Werkhaus e.V.

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