Finisage KULTUR IST TRUMPF

von Peter Könen

Zum Abschluss der Ausstellung „Kultur ist Trumpf“, die in der Zeit vom 25. August 2020 bis 20. September 2020 im Krefelder Südbahnhof gezeigt wurde, hatten der Werkhaus e.V. und Kurator Herbert Schirmer eine Künstlerrunde mit der Malerin/Bildhauerin Ulla Walter und dem Künstler Matthias Steier aus dem Krefelder Partnerkreis Oder-Spree sowie Krefelder Künstler*Innen, darunter Mauga Houba-Hausherr und Jari Banas, zur Finissage in den Krefelder Südbahnhof eingeladen. 


Ulla Walter, einst »Kind« der so genannten »Leipziger Schule«, stellt kuriose, teils auch groteske Erlebnisse lebhaft dar. Aus ihrer Innenansicht heraus schildert sie  plastisch, was ihr Künstlerleben von Zeiten der Leipziger Schule bis heute ausmacht. In ihrem Buch “Die Lust der Kunst”, aus dem sie bei der Finissage vorlas, gibt sie mit frisch-ironischem Ton Einblicke in ihr Leben und Schaffen.

Ulla Walter liest aus ihrem Buch „DIE LUST DER KUNST“


Ebenso kommunikativ ist Matthias Steier, der zunächst Reprotechniker (Helio-Operateur) war, danach an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig studierte. Er erlangte seine Spezialausbildung bei Wolfgang Peuker, Dietrich Burger und Arno Rink. Er beteiligte sich als Mitarbeiter auf Honorarbasis am Entstehen des monumentalen Bauernkriegspanorama von Werner Tübke. Als freischaffender Künstler arbeitet er figürlich-gegenständlich und bewegt sich in seiner Bildwelt im Umfeld der Widersprüche zwischen Schein und Sein, Realität und Illusion.

Matthias Steier


Für den Veranstalter der Ausstellung „Kultur ist Trumpf“  den Werkhaus e.V., würdigten dessen Vorstandsmitglieder Ursula Gast, Anja Jansen und Monika Vehreschild sowie dessen Geschäftsführer Georg Dammer den mit der Ausstellung sowie den diese begleitenden Veranstaltungen (Matinée mit Herbert Schirmer am 23. August 2020, Veranstaltung “Der wilde Osten” mit Landrat Rolf Lindemann am 24. August 2020, Grüner Salon Krefeld mit Diskussion “Erinnerungskultur Ost-West” am 14. September 2020, Finissage mit den Künstlern am 20.September 2020) verbundenen Kulturaustausch als „wichtigen Beitrag für das wechselseitige Kennenlernen und Verständnis der Menschen aus Ost und West“ und stellten fest: „Kultur verbindet.“

Die Ausstellung konzentriert sich auf institutionelle Kultur-Hochburgen des Landkreis Oder-Spree. Auf anschauliche Weise zeugen die Einrichtungen davon, wie überlegt die seinerzeit politisch Verantwortlichen bereits 1991, in den unruhigen Zeiten der gesellschaftlichen Transformation, sich auf die Bereiche Kunst und Kultur in Verbindung zum Tourismus im weiteren Sinn festgelegt haben. Im Zentrum stehen Einrichtungen in der Trägerschaft des Landkreises Oder-Spree, aber auch andere kommunale und private Betreiber.

Herbert Schirmer


Die Präsentation besteht aus acht thematischen Schwerpunkten. Es werden Kultureinrichtungen des Landkreises Oder-Spree vorgestellt, die nach 1990 entstanden sind oder ab diesem Zeitpunkt unter neuer Zielsetzung weiter entwickelt wurden. Die Mehrzahl der vorgestellten Einrichtungen geht über die regionale Bedeutung weit hinaus.
Mit dem Kunstarchiv Beeskow, dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt, der Stiftung Stift Neuzelle sind Hochburgen der Kultur entstanden, die bundesweit und international ausstrahlen. Das gilt gleichermaßen für das Museum des Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann in Erkner und erst recht für den Schriftsteller Günther de Bruyn, der im Landkreis Oder-Spree lebt. Das grenzüberschreitende deutsch-polnische Jugendprojekt “Junge Sicht auf Altes” mit Fotoreportagen und Texten, die Bauwerke und Denkmäler auf beiden Seiten der Grenze vorstellt, ergänzt die Tafelausstellung.


Herbert Schirmer entwickelte die Ausstellung anlässlich 30 Jahre Wiedervereinigung, 30 Jahre partnerschaftliche Verbindung der Stadt Krefeld zum Landkreis Oder-Spree und 30 Jahre Kulturabkommen zwischen Krefeld und dem Landkreis Oder-Spree unter Mitwirkung von Arnold Bischinger, Sabrina Kotzian, Stefan Rohlfs, Dr. Wolfgang de Bruyn, Dr. Klaus-Peter Oehler, Tilman Schladebach u. a.
Zwei bildende Künstler des Landkreises ergänzen die Präsentation. Ulla Walter aus Schöneiche und Matthias Steier aus Eisenhüttenstadt zeigen jeweils aktuelle Werke der Malerei und Zeichnungen. 
Das Kunstarchiv Beeskow und das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR sind ebenfalls mit ausgewählten Bildbeispielen aus dem jeweiligen Bestand dabei.
Themen der Ausstellung:
Drei Strele-Burgen Beeskow, Friedland und Storkow
Kunstarchiv Beeskow/Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt
Kulturfabrik Fürstenwalde
Gerhart Hauptmann Museum Erkner
Günther de Bruyn. Romancier und Essayist
LOSCON-Kulturstiftung für Ostbrandenburg
Kulturstandort Bad Saarow (Theater am See, Film ohne Grenzen, Schwarwenka Kulturforum)
Stiftung Stift Neuzelle
Junger Blick auf Altes. Deutsch-polnisches Jugendprojekt 

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