3333 – Stadtpark Fischeln hat 3 neue Bäume

Von Peter Könen: Weitere drei Bäume wurden am 15.04.2021 im Rahmen der Initiative „3333 Bäume für Krefeld“ im Stadtpark Fischeln gepflanzt. Mit der Baumpflanzung soll an den verstorbenen Fischelner Bürger Karl-Heinz Wassen erinnert werden. Gepflanzt wurden ein Blauglockenbaum, eine Traubeneiche und ein Dreilappiger Ahorn.
Bei dem Blauglockenbaum handelt es sich, wie die Witwe des Verstorbenen, Margarete Wassen, bei der Baumpflanzung erklärte, um einen „Erinnerungsbaum“, der gleichsam auch ein „Zwillingsbaum“ sei. Einmal, weil der Verstorbene im Zeichen des „Zwillings“ geboren wurde. Und zum anderen, weil der Baum quasi als „Zwilling“ in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Blauglockenbaum gepflanzt wurde, der am 6. November des letzten Jahres anläßlich seines 90. Geburtstages damals gemeinsam mit Karl-Heinz Wassen gepflanzt werden konnte.

Margarete Wassen (rechts) beim „Angiessen“ des Blauglockenbaumes mit Schirmherrin Renate Krins (links), Baumschulinhaber Peter Büssem (2.v.l.) und dem früheren Fischelner Ratsherrn Benedikt Lichtenberg (2.v.r.).

Die Schirmherrin der Initiative „3333 Bäume für Krefeld“, Renate Krins, dankte Margarete Wassen dafür, dass sie aus Geldzuwendungen, die sie anläßlich der Trauerfeier für ihren verstorbenen Mann anstelle von Blumen und Kränzen erbeten und erhalten hatte, nicht nur den Blauglockenbaum, sondern zusätzlich noch eine Traubeneiche und einen Dreilappigen Ahorn gespendet habe. „Damit kommen wir unserem Ziel, 3333 Bäume in und für Krefeld zu pflanzen, drei Bäume näher. Es sind die Bäume Nr. 1467 bis 1469 von 3333 Bäumen, die wir im Rahmen unserer Initiative pflanzen wollen“, wie Renate Krins feststellte. Das komme Mensch, Natur und Klima zugute, diene aber auch der Komplettierung des Stadtparks Fischeln, der eine wichtige „grüne Lunge“ im Stadtbezirk Fischeln darstelle.  

Ihr Dank galt auch Peter Büssem von der Baumschule Büssem-Indenklef, der nicht nur bei der Beschaffung der Bäume behilflich war, sondern diese auch sach- und fachkundig ins Erdreich gesetzt habe, sowie Klaus Speck und seinem Team vom Kommunalbetrieb der Stadt Krefeld, der bei der Auswahl der Baumsorten und der Festlegung der Pflanzstellen behilflich war. 

Zum Stadtpark Fischeln: Im Rahmen der EUROGA 2002 wurde der circa 100 Hektar große Fischelner Park angelegt. Er zieht sich von der Kölner Straße südlich der Vulkanstraße in westliche Richtung bis nahe an die Oberschlesienstraße, im Süden wird er von der Anrather Straße begrenzt. Der Fischelner Stadtpark ist ein noch sehr junger Park; begonnen wurde mit der Anlage des Parks 1993.  Am 19. November 1993  hoben 24 Krefelder in der Gaststätte  Gietz, Marienstraße, den „Verein der Freunde und Förderer des Stadtparks Fischeln“ aus der Taufe und wählten einen 9-köpfigen Vorstand mit Bernd Scheelen an der Spitze. Der „Zweck des Vereins ist die Förderung des Stadtparks Fischeln. Der Verein leistet damit einen Beitrag zur Landschaftspflege und zum Umweltschutz.

Der im letzten Jahr gepflanzte Blauglockenbaum (im Vordergrund), der durch die Pflanzung des zweiten Blauglockenbaumes (im Hintergrund) quasi einen „Zwillingsbaum“ erhielt.

Zu den Bäumen: Der Blauglockenbaum ist in Zentral- und Westchina beheimatet. Er wird aber weit darüber hinaus in Korea, Japan, Nordamerika und Europa als Zierbaum und zur Holznutzung kultiviert, insbesondere in Regionen mit warmem Klima, wo er auch als invasive Art vorkommt. Der Baum stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden; er bevorzugt nicht zu arme, mäßig trockene Böden. Ein warmer, windgeschützter Standort in sonniger Lage ist wichtig für den Blauglockenbaum. In der Jugend ist er frostempfindlich und benötigt Winterschutz durch Einbinden mit Stroh oder Frostschutzmatten. Nach dem Rückschnitt der erfrorenen Triebe erfolgt ein starker Neuaustrieb. Später ist der Blauglockenbaum winterhart. Der Baum kann sich aus kleinen Ritzen in Mauern und Pflaster entwickeln.

Die Traubeneiche

Die Traubeneiche, auch Wintereiche genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Eichen in der Familie der Buchengewächse. Die Traubeneiche wächst als sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 25 bis 30 (maximal 40) Meter und Stammdurchmesser bis zu 2 Meter erreicht. Durch ihre kräftige Pfahlwurzel ist sie äußerst sturmfest. Wie die Stieleiche bildet die Traubeneiche Johannistriebe. Ihr Höchstalter liegt bei 800 bis 1000 Jahren. Die Baumkrone ist auf geradem Stamm hoch gewölbt mit strahlenförmig abgehenden Ästen, die viel gerader als bei der Stieleiche sind. Die Baumkrone ist lockerer als bei der Stieleiche, und die Belaubung ist gleichmäßiger verteilt. Die Rinde der Traubeneiche ist in der Jugend glatt und schwach grau-grün glänzend, später wird eine dicke, tief längsrissige, graubraune Borke gebildet. Die Rinde der Zweige ist dunkelgrau, teilweise gerötet und grau bereift. Die Knospen sind groß, spitz kegelförmig, schwach fünfkantig, eiförmig und vielschuppig und sitzen an den Triebenden gehäuft. Jede Knospenschuppe ist hell orangebraun mit einer dunkelbraunen Spitze.

Der Dreilappige Ahorn

Der Dreilappige Ahorn ist wegen seiner Hitzeverträglichkeit ein Hoffnungsträger im Klimawandel. Mit der südfranzösischen Stadt Montpellier ist der Dreilappige Ahorn, ein Vertreter derAhorn-Gattung, mit seinem wissenschaftlichen Namen verbunden. Im Mittelmeerraum sieht man ihn relativ häufig an felsigen Hängen oder im Garten als, Hecke, daneben ist er in Nordafrika und im Mittleren Osten bis zum Kaukasus und Nordpersien heimisch. Doch auch in mitteleuropäischen Weinbauregionen an Rhein, Main, Mosel und Nahe ist Acer monspessulanum ein vertrautes Bild, wahrscheinlich ist er dort in einer Wärmephase vor 6.000 Jahren, dem sogenannten Atlanticum, eingewandert. In wärmebegünstigten Flusstälern trifft man ihn häufig vergesellschaftet mit der Traubeneiche an Waldrändern in Gesellschaft von Schlehe, Felsenbirne, Wolligem Schneeball, Mehlbeere und Elsbeere an. In Unterfranken gehört er fast zwingend zu jeder Burgruine – deshalb auch sein zweiter Name „Burgenahorn“.

Zur Initiative: Gegründet wurde die Initiative im Jahr 2007, nachdem der Orkan Kyrill am 18. Januar 2007 allein in Krefeld über 12000 Bäume entwurzelte. Inspiriert durch das Bodendenkmal 7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung – von Joseph Beuys (geb. 1921 in Krefeld), war das die Geburtsstunde der Initiative „3333 Bäume für Krefeld“, die von dem Krefelder Künstler Caco und Georg Dammer vom Krefelder Werkhaus e.V. ins Leben gerufen wurde. Den ersten Baum pflanzte die Initiative am 15. November 2007 im Park des Krefelder Alexianer-Krankenhauses direkt neben dem Joseph-Beuys-Denkmal, das die Initiative inklusive einer Basaltstele dort installiert hat. Die Initiative „3333 Bäume für Krefeld“ versteht sich als ein aktiver sozio-kultureller Beitrag mit künstlerischer Intention, der sich auf Bürgerbeteiligung basierend an der Stadtplanung und Stadtgestaltung beteiligt – ganz im Sinne des angewandten Kunstbegriffs von Joseph Beuys. 

Fast alle Bäume wachsen in den Grünanlagen von sozialen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Kliniken, Krankenhäusern, Schulen, Behinderten- und SeniorenWohnheimen, in den Krefelder Stadtparks sowie auf Plätzen und an Wegen im gesamten Krefelder Stadtgebiet. 

Initiative „3333 Bäum für Krefeld“ |c/o Werkhaus e.V., Baumbüro, Südbahnhof |47805 Krefeld – Saumstraße 9 |Telefon: 02151-5301812 – Telefax: 02151-5301819 | eMail: initiative3333@t-online.de oder initiative3333@t-online.de | www.3333baeume.de

Spendenkonto bei der Sparkasse Krefeld:
IBAN DE74 3205 3205 0000 0000 0067 67

Schirmherrin: Renate Krins | Sprecherin: Grit Pöhlmann (verstorben) | Administration: Georg Dammer |Koordination: Peter Könen | Fachberatung: Johann Heller-Steinbach und Peter Büssem – Baumschule Büssem

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