3333 – Zwei Pflanzungen in Uerdingen

Von Peter Könen: Mit großer Freude und Dankbarkeit nahm die Initiative „3333 Bäume für Krefeld“ die Spende von zwei Bäumen entgegen, die in den letzten Tagen im Stadtpark Uerdingen gepflanzt wurden. Einen Baum hatten die orts- und naturverbundenen Eheleute Christa und Reinhold Deutzmann, die den Stadtpark Uerdingen als ein schönes Stück Heimat empfinden, anläßlich ihrer Geburtstage gespendet. Der zweite Baum wurde von den Eheleuten Rosemarie und Wolfgang Feld gespendet, für die der Stadtpark Uerdingen der schönste Krefelder Stadtpark ist. 

Bei dem Baum, den die Eheleute Deutzmann gespendet haben, handelt es sich um einen Taschentuchbaum. Die Eheleute Feld haben einen Amur Korkbaum gespendet. Das komme Mensch, Natur und Klima zugute, diene aber auch der Komplettierung des Baumbestandes im Stadtpark Uerdingen, bedankte sich die Schirmherrin der Initiative „3333 Bäume für Krefeld“, Renate Krins, bei den Spendern und fügte hinzu: „Damit kommen wir aber auch unserem Ziel, 3333 Bäume in und für Krefeld zu pflanzen, um zwei weitere Bäume näher. Es sind die Bäume Nr. 1480 und 1481 von 3333 Bäumen, die wir im Rahmen unserer Initiative pflanzen wollen.“

Ihr Dank galt auch dem Kommunalbetrieb der Stadt Krefeld und dem für den Stadtpark Uerdingen zuständigen Team unter Leitung von Dipl.-Ingenieur Marc Grotendorst, der bei der Auswahl der Pflanzstellen und bei der Beschaffung der Bäume behilflich war, sowie Peter Büssem von der Baumschule Büssem-Indeklef, der die Bäume mit seinem Gesellen Kevin Kammer sach- und fachkundig ins Erdreich setzte.

Wolfgang Feld (2.v.l.) beim „Angiessen“ des Amur Korkbaumes im Beisein seiner Ehefrau Rosemarie Feld (3.v.l.) sowie der Schirmherrin Renate Krins (rechts) und des Uerdinger Bezirksvorstehers Jürgen Hengst (links).

Der Amur Korkbaum ist eine Laubbaumart aus der Gattung der Korkbäume. Der Amur- Korkbaum ist ein lichtbedürftiger, sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 15 bis 25 Meter und Stammdurchmesser bis etwa 60 Zentimeter erreicht. Er bildet eine breite, lockere Baumkrone. Die Zweige sind dick und ihre Rinde ist orangebraun. Die kleinen Knospen sind behaart und im Sommer in der Basis des Blattstiels verborgen.
Sowohl der deutsche Name als auch die wissenschaftliche Gattungsbezeichnung weisen darauf hin, dass dieser Baum über einen mächtigen Korkmantel verfügt. Dieser platzt durch das Dickenwachstum des Stammes furchig auf. Ähnlich wie bei der Korkeiche wird er von einem bleibenden Oberflächenperiderm ständig nachgebildet, das heißt, das Korkbildungsgewebe produziert Korkzellen lang anhaltend und vielschichtig.
Die gegenständigen, gefiederten Laubblätter sind etwa 25 bis 40 Zentimeter lang. Es sind 7 bis 13 Fiederblättchen vorhanden. Diese sind eiförmig und lang zugespitzt mit gekrümmter Spitze. Die Blättchen sind oberseits glänzend dunkelgrün. Die Blattspindel und die Mittelrippen der Blättchen sind gelb. Nahe der Blättchenbasis befinden sich Achselbärte. Zerrieben riechen die Blättchen stark würzig. Das Laub färbt sich im Herbst hellgelb. 

Reinhold Deutzmann (Bildmitte) beim „Angiessen“ des Taschentuchbaumes im Beisein seiner Ehefrau Christa Deutzmann (rechts) sowie der Schirmherrin Renate Krins (2.v.r.), des Leiters des Stadtparks Uerdingen, Marc Grotendorst (2.v.l.), und des Uerdinger Bezirksvorstehers Jürgen Hengst (links).

Der Taschentuchbaum, auch Taubenbaum genannt, ist die einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Davidia. Die beiden Varietäten stammen aus China. Die deutschsprachigen Trivialnamen nehmen Bezug auf die großen weißen Hochblätter, die wie Taschentücher bzw. von weitem gesehen auch wie ein Schwarm weißer Tauben in den Ästen hängen. 
Der Name „Taubenbaum“ wird auch für den chinesischen Nadelbaum Cathaya argyrophylla verwendet. Der Taschentuchbaum ist ein laubwerfender Baum, der Wuchshöhen in China von bis zu 20 Metern, in Mitteleuropa je nach Standort von etwa 6 bis 12 Meter erreicht. Die anfänglich glatte, später schuppige Borke ist hellgrau-bräunlich mit einer rötlichen inneren Borke.
Die wechselständig an den Zweigen angeordnete Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Sie ähneln Lindenblättern. Die hellgrünen bis rötlichen Blattstiele sind 3,6 bis 7 Zentimeter lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 8 bis 15 Zentimeter sowie einer Breite von 7 bis 12 Zentimeter breit-eiförmig bis eiförmig mit mehr oder weniger herzförmiger Spreitenbasis und zugespitztem bis bespitztem oberen Ende. Die fahlgrüne Blattunterseite ist kurz und weichfilzig behaart. Die Blattränder sind gezähnt bis gesägt, teils grob- oder auch spitzig gezähnt. Die Herbstfärbung ist leuchtend goldgelb bis orange, rötlich.

Zum Stadtpark Uerdingen: Der Uerdinger Stadtpark liegt im Krefelder Stadtteil zwischen dessen Nord- und Westbezirk, an der Parkstraße und ist eine sowohl von Touristen als auch von Uerdinger Bürgerinnen und Bügern gern besuchte Parkanlage. Seine Fläche beträgt etwa 20 Hektar. Wesentliche Bestandteile des Stadtparks sind neben den großzügigen Spielwiesen, zahlreiche Staudenbeete, eine große Teichanlage mit Bachlauf und beleuchteter Fontäne, zwei Tennisplätze, eine Minigolfanlage und zwei Kinderspielplätze. Eine Gastronomie befindet sich im Eingangsbereich des Parks.
Im Zuge der Industrialisierung erlebte Uerdingen eine positive, wirtschaftliche Entwicklung mit der Ansiedlung neuer Betriebe und damit finanzieller Stabilität. Um 1897 erfolgte die Errichtung des Stadtparks, da mit Weitblick erkannt wurde, dass adäquat zum Ausbau der Industrie in ausreichendem Maße Erholungs- und Naturflächen erhalten bleiben sollten. Anlass war die Einrichtung von Schutzzonen für das angrenzende Wasserwerk und dem ebenfalls dort geplanten städtischen Schlachthof. Der Bereich des heutigen Stadtparks war zur damaligen Zeit sehr sumpfig. Um 1903 war die Errichtung der Teichanlage, die für die Besucher auch mit dem Boot zu befahren war. Zwischen 1905 und 1911 folgte der Bau des Stadtparkrestaurants.
Um 1927 erfolgte eine Erweiterung des Stadtparks um 15 Hektar mit waldartigem Baumbestand, geschwungenem Wegenetz und einer großen Spielwiese. Um 1983/1984 folgte eine zweite große Erweiterung des Stadtparks durch den Bürgerverein „Freunde und Förderer der Krefeld-Uerdinger Stadtpark-Erweiterung“ – angeführt vom damaligen Vorsitzenden August Rodenberg. Auf der ca. 4,3 ha großen Erweiterungsfläche wird 1991 der „Bürgergarten“ eingeweiht. 1997 wurde der Stadtpark im östlichen Teil (angrenzend an die Wohnbebauung) um etwa 0,7 Hektar letztmals erweitert. Gegenüber dem „Bürgergarten“ entstand 2013 auf rund 400 m² ein von Auszubildenden und Mitarbeitern des Fachbereichs Grünflächen geplanter Tagliliengarten mit 100 verschiedenen Tagliliensorten. Begleitstauden und Narzissen verleihen dem Garten eine ganzjährige Attraktivität.
Der gesamte Uerdinger Stadtpark beherbergt insgesamt über 110 verschiedene Baumarten – und ist damit einzigartig in Krefelds öffentlichen Parkanlagen. Der Großteil dieser enormen Baumvielfalt ist im nördlichen Teil der Parkanlage zu finden. Der Baumlehrpfad besteht aus teils heimischen, teils exotischen Baumarten. Durch die vom Förderverein angebrachte Beschilderung wird diese besondere Vielfalt für alle Parkbesucher präsent und erlebbar. Zweck des Vereins „Freunde und Förderer des Uerdinger Stadtparks e.V.“, der unter der Leitung der Gartenplanerin Theresia Funke steht, ist die Förderung der Weiterentwicklung und die Verschönerung des Uerdinger Stadtparks sowie die Erhöhung seines Bekanntheitsgrades und Erholungswertes. Der Verein leistet damit einen Beitrag zur Landschaftspflege und zum Umweltschutz, zur Pflanzenzüchtung und zur Förderung der Kunst und Kultur.

Zur Initiative: Gegründet wurde die Initiative im Jahr 2007, nachdem der Orkan Kyrill am 18. Januar 2007 allein in Krefeld über 12000 Bäume entwurzelte. Inspiriert durch das Bodendenkmal 7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung – von Joseph Beuys (geb. 1921 in Krefeld), war das die Geburtsstunde der Initiative „3333 Bäume für Krefeld“, die von dem Krefelder Künstler Caco und Georg Dammer vom Krefelder Werkhaus e.V. ins Leben gerufen wurde. 
Den ersten Baum pflanzte die Initiative am 15. November 2007 im Park des Krefelder Alexianer-Krankenhauses direkt neben dem Joseph-Beuys-Denkmal, das die Initiative inklusive einer Basaltstele dort installiert hat. Die Initiative „3333 Bäume für Krefeld“ versteht sich als ein aktiver sozio-kultureller Beitrag mit künstlerischer Intention, der sich auf Bürgerbeteiligung basierend an der Stadtplanung und Stadtgestaltung beteiligt – ganz im Sinne des angewandten Kunstbegriffs von Joseph Beuys. 
Fast alle Bäume wachsen in den Grünanlagen von sozialen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Kliniken, Krankenhäusern, Schulen, Behinderten- und SeniorenWohnheimen, aber auch in den Krefelder Stadtparks, auf Plätzen und an Wegen im gesamten Krefelder Stadtgebiet. 

https://3333baeume.de/

Initiative „3333 Bäum für Krefeld“ |c/o Werkhaus e.V., Baumbüro, Südbahnhof |47805 Krefeld – Saumstraße 9 |Telefon: 02151-5301812 – Telefax: 02151-5301819 | eMail: initiative3333@t-online.de oder initiative3333@t-online.de | www.3333baeume.de

Spendenkonto bei der Sparkasse Krefeld:
IBAN DE74 3205 3205 0000 0000 0067 67

Schirmherrin: Renate Krins | Sprecherin: Grit Pöhlmann (verstorben) | Administration: Georg Dammer |Koordination: Peter Könen | Fachberatung: Johann Heller-Steinbach und Peter Büssem – Baumschule Büssem

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