Slow Dinner / Nora Mira Maciol & friends

    

Die Wiese hinter dem Bahnhof ist kein Ort, der zum Verweilen einlädt. Müll liegt herum, Hundehaufen, Hasenköttel. Wer diesen Ort betritt, verlässt ihn möglichst schnell auch wieder – es ist ein Durchgangsort, umgeben von Zug-, Bus- und Autoverkehr.

   

In diesen Ort der Bewegung  installiert sich die Performance als Ruhepol: Eine Frau sitzt an einem Tisch und bereitet in aller Ruhe einen Apfel-Zwiebel-Salat zu, der im Anschluss mit Brot und einem Stapel Teller dargeboten wird.

 

Auf einem silbernen Tablett wird den vorbeieilenden Passanten ein Paar Kopfhörer gereicht. Sie werden zum Hören eingeladen.

Einige bleiben tatsächlich stehen und lauschen den Kaugeräuschen eines Menschen, der gerade einen Apfel verspeißt.

 

Dann steht der gedeckte Tisch auf der Wiese. Dazu wird ruhige Gitarrenmusik gespielt.

      

Die bewusste Auseinandersetzung mit Lebensmitteln steht im Kontrast mit dem Erscheinungsbild und der Funktion des Ortes.

    

Es ist keine Umgebung, in der man gerne isst – höchstens nebenbei im Gehen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Einladung, sich von dem dargebotenen Essen zu nehmen, auf wenig Bereitschaft stößt. – Muss sie auch nicht.

      

An einem Ort, der eher dazu verleitet, sich abzuschotten, lockt die Performance die Sinne und ermutigt so dazu, einen Moment innezuhalten und mit einer veränderten Wahrnehmung dem Ort neu zu begegnen.

“Was gibt es da zu hören?” – “Leckere Geräusche.” – “Nein, danke. Für leckere Geräusche habe ich heute keine Zeit.” – „Hör du!“ – „Apfelessen“

KUDDBIES – Slow Dinner

26.10.2018, 17:00 Uhr, auf der Wiese am  Südausgang des Hauptbahnhofs

Performance: Nora Mira Maciol und An Pham

gefördert vom

Ministerium für Familie, Kinder, Jungend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

 

über

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