Rätsel für Heraldiker

Verschiedentlich erforschten die Kinder im SpieDie die Zeit der Ritter und Burgfräuleins. Entweder in Spiel- und Gestaltungsaktionen oder in Fantasy-Rollenspielen z. B. bei der Aktion „Merlin, Artus & Co.“. Bei den Aktionen wurden u.a. Modellburgen gebaut, Schwerter in der Holzwerkstatt ‚geschmiedet‘ und Gewänder für die Spiele geschneidert. Auch mit Wappen vezierte Schilde mussten her. Sie sollten auf die Herkunft des Trägers hinweisen, was sich als gar nicht so einfach erweis.

Schließlich ist die Heraldik eine wissenschaftliche Angelegenheit. Bei der Umsetzung wurde dabei der Fantasie freien Lauf gelassen. So entstanden unterschiedlichste Wappen mit Darstellungen von Drachen, Kreuzen, Schwertern, Figuren, Mondsicheln, Sonnen usw. Das Wappen des Jungen, dessen Familienname Müller hieß, wäre da einfach zu deuten gewesen. Eine Mühle hätte auf den Namen hingewiesen.

Auch ein Wappen für das SpieDie musste her. Aber wie sollte es aussehen? Wofür steht das SpieDie, was zeichnet es aus, wie könnten die Inhalte des „Hauses SpieDie“ ausgedrückt werden?

  • Ein Herz für die Darstellung der Freundschaft untereinander sollte darauf sein, meinten die Kinder,
  • eine Sonne für die Freude,
  • ein fünfzackiger, blauer Stern für Besucher aus aller Welt, die ins SpieDie kommen,
  • ein kräftiger Baum sollte darauf hinweisen, dass die jungen Besucher an Kraft für das Leben gewinnen sollten,
  • die Burg sollte für den Schutz stehen und
  • das weit geöffnete Tor dafür, dass das SpieDie offen für alle ist.

Heraldiker, also Wappenkundler, raufen sich vermutlich bei dem entstandenen Wappen die Haare. Es deutete jedoch auf das Empfinden der Kinder hin und auf das Eigenverständnis der Einrichtung. Lange Zeit, vom Projekt „Burgen, Schlösser, Hütten“ im Oktober 2005 bis Anfang 2018 hing das Wappen im SpieDie-Café über der Türe zum Kicker. Nun ist es in den Fundus gewandert.


Geheimes SpieDie ist eine Geschichten-Reihe von Helmut Boeck, langjährigem Mitarbeiter des Werkhaus e. V. und ehemaligem Leiter des SpieDie- Er erinnert sich und lüftet „Geheimes“, macht in lockerer Berichterstattung Verborgenes sichtbar. Wer noch weitere Geschichten auf Lager hat, kann sich bei uns melden.

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