Besuch der Kunstausstellung SPEKTRALE 12
Bei der SPEKTRALE 12 in der Lieberoser Heide, unweit des Krefelder Partnerkreises Oder-Spree, geht es um mehr als nur spektakuläre Schauplätze: Außergewöhnliche Orte treffen auf ihnen nahestehende und doch provokante Themen. So widmet sich die SPEKTRALE 12 im Jahr 2026 im weitesten Sinne dem Verhältnis Gesellschaft und Natur. Auf dem größten der ehemaligen Truppenübungsplätze bei Lieberose setzen sich elf bildende Künstler:innen mit dem landschaftlichen, aber auch dem gesellschaftlichen Wandel auseinander, die eingeladen waren, sich dieses weitestgehend naturbelassenen Terrains mit entsprechenden landschaftsräumlichen Folgen anzunehmen und darauf mit speziellen künstlerischen Ideen zu reagieren. Darunter ist auch die Krefelder Künstlerin Mauga Houba-Hausherr, die im Rahmen des Kulturaustauschs zwischen Krefeld und dem Landkreis Oder-Spree vom Kurator der SPEKTRALE 12, dem Lieberoser Kulturmanager Herbert Schirmer, als teilnehmende Künstlerin ausgewählt wurde, um sich mit ihrer Arbeit “Tische des Lebens” in die SPEKTRALE 12 einzubringen.

Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur sowie Natur und Landschaft und die Absicht, Menschen für das Thema zu sensibilisieren, zu inspirieren und schließlich zu aktivieren. Mit der „Naturwelt Lieberoser Heide“ wird eine klimaneutrale Freizeit- und Bildungseinrichtung entwickelt, die sowohl Wildnis und biologische Vielfalt, nachhaltigen und klimaneutralen Tourismus als auch das Thema Natur und Umwelt einem breiten Publikum als ein Modell eines ungewöhnlichen und überaus spannenden LANDES VON MORGEN näher bringt. Mauga Houba Hausherr gibt mit ihrer Installation darauf eine plausible Antwort. Ihre Installation besteht aus sechs „Bienentischen“, die in einer annähernd würfelförmigen Anordnung auf einer Fläche von ca. 12 Quadratmeter aufgestellt sind. Jeder Tisch hat einen Durchmesser von 70 cm und eine wechselnde Höhe von 30 bis 40 cm. Gefertigt wurden die Tische ausschließlich aus Naturmaterialien, die schon in früheren Zusammenhängen Verwendung fanden. Alte, verwitterte Bretter, Stöcke, Reisig, Leinen und Erde wurden zu einer Oase gestaltet, in der eine strukturreiche, naturnahe Oberfläche entsteht. Darauf wachsen verschiedene, der umgebenden Wildnis angepasste Pflanzen und nektarreiche Blumen, die nicht nur im Frühling den Wildbienen Nahrung und Lebensraum bieten. Die Installation thematisiert den Schutz und die Wertschätzung von Wildbienen. Durch die Wahl von Materialien, die bereits eine Geschichte haben, werden Vergänglichkeit und Nachhaltigkeit sichtbar gemacht. Gleichzeitig ist ein kleines lebenswertes Ökosystem entstanden, das im Zusammenspiel von individuellem Handeln und systemischem Wandel eine echte Interaktion mit der Natur ermöglicht.
Für den Krefelder Werkhaus e.V. war Peter Könen, der mit Herbert Schirmer zu den Initiatoren des Kulturabkommens gehört, das Mitte der 1990er Jahre zwischen der Stadt Krefeld und dem Landkreis Beeskow (heute Landkreis Oder-Spree) abgeschlossen wurde, in den letzten Tagen in der Lieberoser Heide, um sich über die SPEKTRALE 12 im allgemeinen und die künstlerische Installation der Krefelder Künstlerin Mauga Houba-Hausherr zu informieren. Dabei kam er auch dem Wunsch der Künstlerin nach, die der umgebenden Wildnis angepassten Pflanzen und Blumen mit frischem Wasser zu versorgen.
Die SPEKTRALE 12 steht interessierten Besucherinnen und Besuchern noch bis zum 25. September 2026 bei freiem Eintritt offen.
