´s besser sein ein Dorn als eine Blum, die blüht

Am Projekt „Wortkunst“ beteiligten sich mehrsprachige Krefelder*innen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Über Lyrik tauchten wir in fremde Klänge ein und tauschten uns darüber aus, was uns mit den selbst gewählten, herkunftssprachichen Gedichten verband.

Allein fremde Sprachen zu hören oder Gedichtbände in arabischer, hebräischer, und kyrillischer Schrift anzusehen, war eindrucksvoll. Passende deutsche Übertagungen zu finden, war nicht immer möglich.

Beim Eintauchen in Wort und Sprache ergaben sich unzählige Bezüge. Der Schriftsteller Wolfgang Reinke, als künstlerischer Leiter, gestaltete für die öffentliche Veranstaltung des Projektes einen dramaturgischen Ablauf, der Ansätze und Ansichten, im Bezug auf Herkunfstbiografien sowie in der Diskussion der Gegenwart widerspiegelte und gleichzeitig Raum für Gedankengänge der Zuhörer liess.

Prominente Persönlichkeiten mit Migrationserfahrungen aus der Stadt Krefeld mit gerade erst hinzugekommenen „Neubürgern“ mit aktuellen Fluchtbiografien bildeten eine bunte Gruppe Rezitatorinnen und Rezitatoren, die in jeweiliger Herkunftssprache vortrugen.

Wir rezitierten arabisch, hebräisch, farsi, jiddisch, kurdisch, englisch und französisch. Den fremdsprachigen Rezitationen stellte Wolfgang Reinke eine deutsche Übertragung voran.

Mit Fotos können wir das Erlebnis, sich von den Worten tragen zu lassen und eigene Verbindungen herzustellen, kaum vermitteln.
Unser ambitioniertes Vorhaben „Wortkunst Polyglott“ kann als gelungenes Experiment betrachtet werden, das eine Wiederholung lohnt!

Michael Gilad, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Krefeld, rezitierte Chaim Bialik
…“Sag Malkele die Schöne, erinnerst noch das Lied:…
´s ist besser sein ein Dorn als eine Blum, die blüht?…“ wird in jiddischer Lyrik von Itzak Manger zitiert.
Was bedeutet „Herzwunden“?
„…la mort est un maitre d´Allemagne..“
Hafiz „…Es soll an seiner Stelle jeder tun, wozu er ist erkoren…“
Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld „… Und dass ich mein Leben liebe, ist, weil ich mich der Tränen meiner Mutter schämen würde!..“ Mahmud Darwisch
„…ein Narrenreich, wo keiner erntet oder sät,
Und Eitelkeit regiert? Was irdisch blüht, werf´fort…“ wird William Ernest Henley in deutscher Übertragung von Wolfgang Reinke rezitiert
„…I am the captain of my soul…“ rezitiert Sandra Franz aus „Invictus“ von William Ernest Henley
Darauf wird mit Nizar Qabbani geantwortet.
Mit einem Gedicht von Ssepehri bleibt die Frage „…Wo ist das Haus des Freundes?…“
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