Dr. Pei Xu: Aus meinem Winkel … in der Lyrikreihe Emigration/Migration

Anfang Dezember 2018 hatten wir Frau Dr. Pei Xu zu Gast im Südbahnhof, die auf Einladung des in Krefeld lebenden Dichters Wolfgang Reinke und gemeinsam mit ihm einen engagierten Lyriknachmittag im Rahmen unserer Kulturtechnikwerkstätten gestaltet hat.

Hier ihr Erstlingsgedicht aus „die horen“, Band 155, 3. Quartal 1989, Seite 37:
Xu Pei 5. Juni 1989

Lebenslied

Aus Anlaß der Demokratie-Massenbewegung in China

Wofür lebst Du

Ich lebe für den Fortschritt

die Freiheit

die Demokratie

die Wahrheit

in der menschlichen Gesellschaft

Dr. Pei Xu schreibt und veröffentlicht ihre Gedichtbände in Deutsch und hat uns folgendes Porträt zur Verfügung gestellt:

KölnInSight im Gespräch mit Xu Pei

Liebe Xu Pei, magst Du uns etwas über Deinen biografischen Werdegang berichten?

Ja, klar, ich habe von 1966 bis zum Dezember 1988 in einem Unrechtsstaat gelebt, der sich aber die Volksrepublik China nennt.  Als ich den verlogenen Staatsterrorismus durch das Tiananmen-Massaker 1989 erkannte, konnte ich nach meinem Promotionsstudium in Düsseldorf nicht mehr heimkehren. Seit Mai 1996 bin ich in Köln angemeldet. Mittlerweile ist Köln die Stadt, in der ich am längsten gelebt habe.  Ich genieße die Menschrechte und setze sie gegen das Terror-Regime in meinem Herkunftsland ein.

Wie schauen Deine aktuellen Projekte aus?

Seit meinem letzten Heimkehrversuch 2002 fühle ich mich verpflichtet, der systematischen Desinformation aus Peking aktiv entgegenzuwirken. Denn das KP-Regime unterhält viele westliche Kollaborateure, die ihr Gewissen und die universellen Grundwerte verraten.  2008 sprach ich mich gegen die Olympischen Spiele in Peking aus, während sie für Peking warben. 2012  trugen die Stadt und die Uni Köln dazu bei, dass die KP Chinas die Auslandspropaganda im Namen des “Chinajahres” bzw. der städtischen Partnerschaft so erfolgreich betrieben hatte, dass bei einer Umfrage die meisten Kölner Studierenden die VR China nicht mehr für eine Diktatur hielten.

Seit meinem fünfzigsten Lebensjahr bin ich bereit, zu betreuen und zu lehren, in der Hoffnung, dass ich die junge Generation aus einem totalitären Unrechtsstaat insbesondere aus der VR China dabei unterstützen könnte, sich von derjeweiligen Indoktrination beispielsweise von dem sinnentleerten und formentstellen Rotchinesisch (Neusprech à la George Orwell)  zu befreien. Gleichzeitig möchte ich den Interessenten die kommunistische Geschichtsverfälschung und Nachrichtenmanipulation zeigen. Jedenfalls möchte ich das kritische bzw. freie Denken  fördern.  Den Mord an den Kölner Katholiken Bernhard Wilden (1982-2006)  in Peking möchte ich bekannt machen, und auch den systematischen Organrraub in der VR China.  Deshalb sind alle herzlich eingeladen, meine Homepage zu besuchen: http://xu-pei.bluribbon.de

Hast Du Wünsche oder Visionen für das Kommende?

Ich bin wunschlos und fühle meine Version für die Zukunft durch das Werk „Weltgericht“ von Stefan Lochner bestätigt. In meinem Roman „Der weite Weg des Mädchens Hong“ habe ich sie mit Worten beschrieben.

Was schätzt Du am Menschen?

Ehrlichkeit und Ehrfurcht, wenn wir uns selbst, den Mitmenschen und der himmlischen Macht gerecht werden wollen.

Hab Dank***

Dr. Pei Xu

geboren im Jahr 1966 in Kangding in Rot-China,
lebt seit Ende 1988 in Europa,
promovierte in Germanistik 1996.

Die Dichterin erhielt diverse Förderungen, darunter Arbeitsstipendien für Literatur von der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf (1991), vom Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (1993) und ein Heinrich-Heine-Stipendium in Lüneburg (2000).

Deutschsprachige Veröffentlichungen (Auswahl)

Engagiert und sehr klar vertritt Dr. Pei Xu ihre politischen und religiösen Positionen und sagt von sich selber, dass sie zurzeit nicht mehr an die Fortsetzung ihre künstlerischen Arbeit denkt, sondern ihre ganze Aufmerksamkeit und Kraft den Menschenrechtsfragen in der Volksrepublik China und den eigenen politischen Aktionen widmet. Ihre Homepage erlaubt einen komplexen Einblick in ihre Weltsichten.

Homepage: http://xu-pei.bluribbon.de/willkommen-welcome/

Die Kulturtechnikwerkstätten Wort, Schrift, Bild wurden

gefördert vom

Ministerium für Familie, Kinder, Jungend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

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